“Jin Shin Jyutsu”

Die Kunst der “mühelosen Wirklichkeit” – Alles ist Energie – und alle Energie ist in uns.

Japanisches Heilströmen ist eine der fernöstlichen Heilkünste, die unseren inneren Arzt aktivieren und Disharmonien im Energiefluss von Körper, Geist und Seele ausgleichen. Das Heilen mit den Händen ist leicht erlernbar – jeder kann es bei anderen und bei sich selbst anwenden.

Schon das einfache Halten der Finger lässt die Lebensenergie und die Emotionen wieder frei fließen. Im Japanischen Heilströmen sind die Finger den sogenannten 5 Elementen zugeordnet:

ERDE = Daumen, WASSER = Zeigefinger, HOLZ = Mittelfinger, LUFT = Ringfinger und FEUER = kleiner Finger. Daraus ergibt sich der Zusammenhang zu den 5 Organenergien. In der asiatischen Heilkunst werden Emotionen im Zusammenhang mit den Organenergien gebracht. Im Westen bestehen diese Zusammenhänge nur noch in Gesten oder Worthülsen wie: “Ich halte Dir den Daumen”. Dieser ist also der Sorge zugeordnet. Wenn du viel grübelst, schwächst du also den Magen und die Milz. Deswegen ist es auch so erstaunlich, wie positiv sich das einfache Fingerhalten auf unsere Gefühle und auf unsere seelische Gesundheit auswirkt:

Die zehn Finger zu strömen ist nicht nur eine Wohltat für die Organe, die durch die Meridiane mit Energie versorgt werden – auch die fünf störenden Gefühle werden in ihrer destruktiven Qualität vermindert.

  1. Daumen: Mit dem Strömen des Daumens pflegen wir MAGEN, MILZ und BAUCHSPEICHELDRÜSE auf körperlicher Ebene und erleichtern gleichzeitig die Sorgenlast, die wir eventuell mitschleppen.
  2. Zeigefinger: Das Strömen des Zeigefingers gleicht eine Disharmonie im BLASEN- und NIEREN Meridian aus und mindert jegliche Angstgefühle, unter denen wir leiden.
  3. Mittelfinger: Das Strömen des Mittelfingers bewirkt Gutes für den LEBER- und GALLE Meridian – und dadurch natürlich auch immer für die entsprechenden Organe. Auf der seelischen Ebene lassen Wut, Ärger und Frustration ein wenig nach.
  4. Ringfinger: Durch das Strömen des Ringfingers wird ein energetischer Ausgleich für die LUNGE und den DICKDARMerreicht. Damit nehmen wir den lastenden Druck von nicht verarbeiteter Trauer über Scheidung, Tod des Partners, Verlust des Arbeitsplatzes, Auszug der Kinder und anderen Schicksalsschlägen.
  5. Der kleine Finger: An ihm endet HERZ- und DÜNNDARM Meridian. Das Strömen dieses Fingers hilft uns gegen die überstarke Tendenz, es anderen immer recht machen zu wollen, sowie gegen die Neigung, unsere wirklichen Gefühle hinter einer freundlichen Fassade verstecken.
  6. Die Handmitte: Auf körperlicher Ebene stärken wir mit dem Strömen die Organe der Mitte wie die SCHILDDRÜSE, das ZWERCHFELL oder den NABEL. Die Handmitte gibt uns Ruhe, sie hilft uns, bei Verzweiflung die innere Mitte wiederzufinden.

ABLAUF:

Entweder man strömt zuerst alle fünf Finger und die Handmitte einer Hand und danach die fünf Finger und die Handmitte der anderen oder man strömt zuerst den Daumen einer Hand, dann den der anderen. Anschließend nacheinander die beiden Zeigefinger und so weiter.

Für die wohltuende Eigenbehandlung nimmt man den Finger einer Hand und steckt ihn in die leicht geöffnete Faust der anderen Hand. Dann geht man mit der Aufmerksamkeit in die Faust hinein und spürt, ob man ein pulsähnliches Gefühl wahrnimmt. Das dauert etwa zwei bis drei Minuten und signalisiert, dass die Energiebahnen und Punkte gut behandelt worden sind und sich entstauen. Das Pulsgefühl ist ganz ähnlich wie der Herzschlag, es handelt sich jedoch um den Energiepuls des Körpers, den wir dort wahrnehmen. Danach kommt der nächste Finger, der Ablauf ist derselbe. Um alle zwölf Meridiane zu behandeln, müssen wir die Handmitte dazunehmen. Dort werden die Kuppen von Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger leicht aufgelegt. Auch die Mittellinie des Körpers erhält eine Behandlung, wenn wir beide Handmitten strömen.

“Es ist wahr, dass jedem von uns die Kraft innewohnt, alles Leiden zu überwinden und Frieden und Einheit zu erkennen” – Mary Burmeister

Artikel aus natur & heilen März 3/2019

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